Eine ganz normale Woche als FÖJlerin

05. Februar 2010

Heute bekommt ihr mal einen kleinen Überblick über Janinas und meine Woche. Ich habe hier natürlich nur die besonderen Ereignisse hervorgehoben. Die üblichen Dinge, die nebenbei laufen (Anfragen zu Vorträgen bearbeiten, Koffer verleihen, Blogeinträge schreiben, Briefe eintüten und verschicken, E-Mails bearbeiten …. und und und…. gehören auch noch dazu - ist ja klar. Sind aber eben nicht so spannend.

Montag:

Weil sich eine Frau den Solarkocher ausleihen wollte, mussten Janina und ich bei eisigen Temperaturen zur Solarinsel stapfen und den Kocher dort hinausholen. Dank Julias Hilfe war es aber ein schnell zu erledigender Arbeitseinsatz. Trotzdem, die ganzen vereisten Schnallen zu öffnen war kein Vergnügen. Aber die Frau hat sich natürlich gefreut, als der Kocher gleich bereit stand.

Wisst ihr denn überhaupt, was die Solarinsel ist? Es handelt sich um einen super coolen Anhänger, der auch verliehen wird. Wenn die Insel in ihrer vollen Größe aufgebaut ist, kann daran ganz viel zu Stromerzeugung mit Sonnenenergie erkundet werden. Denn es gibt Photovoltaik-Zellen zur Stromerzeugung, einen mit diesem Strom betriebenen Wasserkocher, einen Solarkocher und eine Kochkiste. Wirklich spannend!
solarinsel-im-schnee Die Solarinsel im Schnee

Nachmittags waren wir dann noch bei einem Seniorenkreis, um dort etwas über die Kampagne für “Saubere” Kleidung, die Textilindrustrie und Arbeitsbendingungen der NäherInnen zu erzählen. Es war ein langer Weg bis nach Poppenbüttel. Eigentlich hatten wir mit gut einer Stunde gerechnet, aber weil wirklich jeder Bus und jede Bahn irgendwie verspätet, beschädigt oder sonst irgendwie eingeschränkt war, sind wir erst nach zwei Stunden angekommen. Trotz Glatteis waren immerhin 14 Interessierte gekommen und es wurde eine nette, kleine Diskusionsrunde.
ccc-material Info-Material für den Kleidungs-Vortrag

Dienstag:

Dienstags haben wir immer morgens um 9.00 - also sehr früh für junge Leute, die vieeel Schlaf brauchen ;) - die sogenannte Dienstagsrunde, bei der alle Leute aus dem Haus zusammen kommen und darüber sprechen, was aktuell so ansteht und zu klären ist. Diese Woche hat das allerdings nur eine Viertelstunde gedauert, so dass wir einen langen Vormittag hatten.

Zum Glück kam dann aber noch eine freudige Überraschung, denn endlich ist der Hackenporsche angekommen, den wir für das Material bei den Klima-Stadtrundgängen brauchen. Janina hat also das riesige Paket hoch geschleppt und es neugierig geöffnet. Et voilà: Paul Porsche! Ein wunderschöner, dunkelblauer Hackenporsche mit ganz viel Platz für unser Material! Die Anfragen können kommen!!!
paul-porsche Unser neuer Hackenporsche Paul Porsche.

Mittwoch:

Eigentlich war für Mittwoch noch ein zweites Mal der Vortrag vom Montag geplant, und zwa in einem Seniorenkreis in Großhansdorf. Dieser Termin wurde dann aber doch wegen der Wetterverhältnisse abgesagt und auf Juni verschoben.

Dafür kamen aber gegen Mittag zwei Freunde aus der Bramfelder Laterne vorbei, die all die super coolen Lernkoffer zusammengestellt haben. Sie brachten uns ganz viele tolle Sachen:
Die fertigen Broschüren, in denen alle Lernkoffer im Überblick vorgestellt werden, für jeden der Koffer, die wir hier zur ausleihe haben, neues Material und neue Inhaltsverzeichnisse, eine Fußballtasche passend zur WM´10, eine neue Orangensafttasche und einen neuen Papua-Neuguinea-Koffer.

Jetzt sind grade fast alle Koffer ausgeliehen, denn die ganze Woche über wurden immer wieder welche abgeholt. Gerade ausgeliehen sind: alle Klimakoffer, der Fußballkoffer und die Tasche, der Indienkoffer, der Kakaokoffer, der Textilproduktionskoffer und der T-Shirtkoffer. Jetzt haben wir nur noch den Regenwaldkoffer, den Papua-Neuguineakoffer und die Orangensafttasche da.
leeres-kofferregal Das leere Regal, wo sonst die ganzen Koffer stehen.

Donnerstag:

Endlich habe ich dafür gesorgt, dass dieser Blog auf der Hauptseite der Infostelle Klimagerechtigkeit verlinkt wurde. Denn schon mehrmals wurde ich jetzt angesporchen, dass es sehr schwer sein, meinen Blog im Internet zu finden. Entweder kann man jetzt über die Seite der IKG gehen, oder ein ganz heißer Tipp: bei den Internet-suchmaschinen “Eva denkt” eingeben. Dann habt ihr mich sofort.
ikg-seiteDie Internetseite der Infostelle Klimagerechitgkeit

Freitag / Heute:

Während ich die ganze Zeit an meinem Blogeintrag und den Fotos rumbastel, hat Janina neue Kontinent-Karten für das Weltverteilungspiel gemalt. Dafür hat sie sich immer eine Vorlage aus dem Internet gesucht und groß kopiert und anschließend auf buntes Papier durchgezeichnet. Ganz geschickt hat sie sich dafür ans Fenster gestellt um die Umrisse besser nachzeichnen zu können.
janina-malt-kontinente Die fleißige Janina beim Malen der Kontinente

Mülltrennung ganz groß

03. Februar 2010

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Bei uns im Haus wird Mülltrennung ganz groß geschrieben, ist ja klar! In den Büros stehen nur Mülleimer, in die wir Papier werfen dürfen. Für Restmüll und Plastikmüll gibt es in der Küche und im Aufenthaltsraum eigene Abfalleimer.

Janina und ich sind aber natürlich zu faul, für jeden kleinen Schnipsel Müll, der nicht aus recyclebarem Papier ist, in die Küche zu laufen und ihn dort zu entsorgen. Also haben wir Tisch-Mülleimer! Total schick und voll im Trend. Wo wir die her haben, fragt ihr euch? Tjaa, ihr hättet sicher auch gerne so cool Miniatur-Tonnen der Stadtreinigung Hamburg…

Wir (oder besser Janina ;)) haben die zwei Tonnen, die etwa 11 cm hoch sind und sogar richtige kleine Räder und Deckel haben, an einem Infostand der Stadtreinigung gewonnen.

Im September fand nämlich auf dem Rathhausmarkt ein “Bio erleben”-Markt statt, wo nicht nur wir mit der Infostelle Klimagerechtigkeit mit einem Stand vertreten waren, sondern eben auch unter anderem die Hamburger Stadtreinigung.

Mit kleinen Bällen musste man in aufgestellte Mülltonnen treffen und nur, wer alle Bälle sicher versenkt hat, hat als Hauptgewinn eine kleine Mülltonne bekommen. Und da Janina schon einmal gewonnen hatte und ich einfach zu doof zum Gewinnen war, musste sie sich für mich noch einmal anstellen und noch eine kleine Tonne gewinnen. ;) Danke, Janina!!!

Seitdem haben wir im Büro diese wunderbar praktischen Schmuckstücke. Der passende Aufdruck durfte natürlich nicht fehlen, also verzierten wir die Tonnen kurzerhand mit selbstgemalten Bildchen für “Restmüll” und “Plastikmüll”.

biotonne-klein Rest- u. Plastikmüll plastikmull-klein

02. Februar 2010

koffer-vermisst-klein1

Noch mehr Infos zu unseren Lernkoffern gibt es auf der Seite der Infostelle Klimagerechtigkeit oder auch
auf der Seite der Bramfelder Laterne
, wo es noch sehr viel mehr Koffer zu unterschiedlichen Themen auszuleihen gibt.

Kleines Lebenszeichen von mir

01. Februar 2010

Hallo ihr lieben Klimablog-Interessierten!

Zurzeit ist ganz schön viel los bei uns, so dass ich gar nicht mehr dazu komme, euch mit neuen Berichten über meinen Arbeitsalltag zu versorgen. Im Rahmen der Hamburger Weltkirchenwoche vom 31.1.-  bis 7.2. 2010 haben auch wir eine Reihe von Vorträgen in Gemeinden zu halten und vor gut einer Woche war noch der Schulvortrag in Pinneberg dran. Hierzu folgen auch noch mal ein paar Fotos - versprochen.

Heute müssen Janina und ich jedenfalls noch nach Poppenbüttel. Dort wird es in einer Senioren-Gruppe um faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie gehen. Damit begeben wir uns auf unbekanntes Terrain, denn sowohl das Thema ist ganz neu, als auch die Zuhörerschaft. Im Vergleich zu den sonst üblichen Schulvorträgen liegen da schließlich bestimmt zwei Generationen wischen ;).

Morgen hat Janina noch einen ähnlichen Vortrag und Mittwoch wir beide noch einen gemeisamen. Dafür gilt es natürlich, sehr viel vorzubereiten und zu planen.

An den Wochenenden ist bei mir zurzeit auch ganz schön viel los: Vorletztes Wochenende war ich beim ersten Teil eines Gruppenleiterkurses vom BUND und der ANU. Dort habe ich mit einigen Leuten vom FÖJ und mit ein paar anderen Interessierten vieles erfahren, was man als Leiter/in einer Kinder- oder Jugendgruppe wissen sollte. Dabei standen vor allem Spiele im Mittelpunkt, die wir auch alle selber durchgespielt haben. Kommendes Wochenende steht Teil zwei auf dem Plan, dafür muss ich auch noch eine Hausaufgabe zum Thema “Recht” machen.
Oh, oh, als Nicht-Schülerin weiß ich gar nicht mehr, wie sich Hausaufgaben anfühlen ;).

Letztes Wochenende habe ich an einem Seminar zur Berufsorientierung teilgenommen. Von Freitag bis Sonntag haben wir uns insgesamt 18 Stunden lang intensiv mit unseren Zukunftsplänen und Wünschen auseinander gesetzt. Wir waren nur drei Teilnehmerinnen und eine Frau, die das Seminar geleitet hat, entsprechend intensiv war auch die Betreuung. Ob ich jetzt tatsächlich den perfekten Plan für nach dem FÖJ habe, weiß ich noch nicht, aber es war auf jeden fall sehr hilfreich, um sich endlich mal wieder mit dem Thema Studium und Job zu beschäftigen. Und auch wenn ich noch 7 Monate im FÖJ habe… die Zeit wird so schnell verfliegen und dann brauche ich etwas, was ich dann machen möchte. Dass wir nicht für immer hier im NMZ bleiben werden, wird Janina und mir grade immer bewusster, denn schon gehen bei uns die ersten Anfragen zu Bewerbungen und Informationen fürs FÖJ 10/11 ein…

Jetzt muss ich schleunigst die letzten Sachen für den Vortrag gleich zurecht legen. Wenn etwas mehr Ruhe hier eingekehrt ist, bekommt ihr auch ganz bestimmt mal wieder ein paar Fotos und spannende Berichte von mir.

Bis dahin ganz liebe Grüße! Eva

Klimahaus Bremerhaven

25. Januar 2010

Habe ich euch eigentlich schon von unserem Ausflug in das Klimahaus Bremerhaven erzählt? Es ist schon ein paar Tage her, aber bestimmt noch einen Blog-Eintrag wert.

Mit der gesamten Hamburger FÖJ-Gruppe, also mit gut 55 Leuten, trafen wir uns früh morgens am Hauptbahnhof um von dort aus mit einem gemieteten Bus nach Bremerhaven ins Klimahaus zu fahren. Auf Grund der Wetterlage und den damit verbundenen schlechten Straßenverhältnissen entschied sich der Busfahrer gegen die A1 und für die Bundesstraße. So waren wir gut 3,5 Stunden unterwegs, allerdings auch mit mehreren kurzen Stops.

Im Klimahaus angekommen besuchten wir in drei kleineren Gruppen die vier unterschiedlichen Bereiche der Ausstellung. Meine Gruppe, in der glücklicherweise auch Janina war, hat sich zu erst auf die “Reise” begeben. In einer einmaligen Ausstellung wurden wir in mehreren Räumen durch die unterschiedlichsten Länder, Kontinente und Klimazonen geleitet. Unser Weg führte durch Bremerhaven, das Isetal (Schweiz), Sardininen (Italien), Kanak (Niger), Ikenge (Kamerun), Königin-Maud-Lamd (Antarktis), Satitoa (Samoa), Gambell (Alaska) und Hallig Langeneß (Deutschland). Es gab viel zu bestaunen und auszuprobieren, überall erwartete uns ein anderes Klima das irgendwo ziwschen eisigen Minustemperaturen und tropischen 35 Grad Celsius lag. Dabei fuhren wir Zug, Seilbahn und Auto, kamen durch die Wüste, mussten bei Nacht durch den Dschungel laufen, über Hängebrücken klettern, die vereisete Einsamkeit der Antarktis durchqueren, begegneten bunten Fischen und Urlaubsfeeling am Strand, Insekten und Echsen.

Klimahaus BremerhavenKlimahaus Bremerhavenalle-bilder-ab-september-601Klimahaus Bremerhaven

Nach der Reise aßen wir etwas und begaben uns anschließend noch in die drei anderen Bereiche der Ausstellung. Als erstes gingen wir in die Ausstellung “Chancen”. Hier ging es darum, seine eigene Beteiligung am Klimawandel zu verstehen und was man selbst alles bewegen kann. An kleinen Monitoren ließ sich die eigene CO2-Bilanz berechnen, ähnlich wie beim ökologischen Fußabdruck. Mittels vieler verschiedener Spiele und Versuche bekamen wir Tipps zum Energiesparen und klimabewussten Leben.

In der Austellung “Elemente” ging es - wie könnte es anders sein - um die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Was haben die Elemente mit unserem Klima zu tun? Was wäre, wenn plötzlich auf der ganzen Erde keine Sonnne mehr scheinen würde? Wie fühlen sich die Windstärken eigentlich an? All diese Fragen und noch vieles Mehr bekamen wir hier beantwortet. Dazu konnten wir dutzende Versuche und Experimente machen und ganz viel ausprobieren.

alle-bilder-ab-september-615Klimahaus BremerhavenKlimahaus BremerhavenKlimahaus Bremerhaven

Wie es im Jahr 2050 auf unserem Planeten aussehen könnte, verdeutlichte die letzte Ausstellung “Perspektiven”. In verschiedenen Szenarien wurde dort dargestellt, wie es mit der Erde weiter gehen könnte, wenn sich nichts an unserem Klima ändert und wir einfach so weiter machen, wie bisher. Jedem Land aus der “Reise” wurde ein eigener Bereich gewidmet und auch dargestellt, welche klimatischen Veränderungen schon heute zu einer Bedrohung für die Menschen dort werden.

Nachdem wir so viele neue Eindrücke gesammelt hatten und extrem viele interessante Dinge über das Klima erfahren hatte, fuhren wir etwas erschöpft aber ganz zufrieden nach Hause. Der einzige Nachteil an der Ausstellung ist meiner Meinung nach, dass es einfach so viel zu sehen, lesen und ausprobieren gibt, dass man irgendwann aufgibt, alles gelesen zu haben. Dafür müsste man wohl noch mal und noch mal hinfahren. Wenn ihr auch mal nach Bremerhaven ins Klimahaus wollt und auf dem 8. Längengrad Ost die Erde bereisen wollt, ich kann es euch nur dringenst empfehlen.

Hier könnt ihr euch weiter informieren.

Iglu im Garten

20. Januar 2010

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Am Wochende hat meine Familie ein super cooles Iglu in unserem Garten gebaut. Dafür waren insgesamt
4 Stunden, 3 Männer, 3 Frauen, 2 Plastikkisten, 2 Schaufeln, 2 Schneeschieber, 2 Spachtel, 2 Leitern und sehr viel Ausdauer nötig. Aber natürlich auch ganz viel Spaß!!!

Die Idee bekamen wir, als wir eigentlich einen Schneemann bauen wollten, der Schnee aber irgendwie nicht klebrig genug war, um daraus die typischen, großen Schneekugeln zu rollen. Also begannen wir erst damit, einen großen Schneehaufen aufzuschichten, den wir später aushöhlen wollten. Ziemlich schnell wurde jedoch klar, dass diese Methode bestimmt nicht zu großem Erfolg führen würde, da wir den Schnee einfach nicht fest genug aufgehäuft bekamen. Also verwendeten wir eine alt bewährte Methode, die wir schon einmal in einem Urlaub vor vielen Jahren angewendet hatten: In 2 große rechteckige Plastikkisten, die noch irgendwo in unserm Geräteschuppen rumflogen, füllten wir Schnee, den wir durch kräftiges Festklopfen und Draufstellen zu stabilen Schneeklötzen verdichteten. Diese Scheeklötze ordneten wir schließlich in einem gr0ßen Kreis von gut 2 Meter Durchmesser an. Die Freiräume zwischen den einzelnen Blöcken mussten von innen und von außen immer schön gründlich mit losem Schnee zugestopft und verputzt werden.

So arbeiteten wir uns also Klotz für Klotz vorwärts und irgendwann war die Schneewand schon so hoch, dass meine Schwester und mein Vater, die innen für das Lückenschließen verantwortlich waren, nicht mehr so ohne weiteres raus kamen. Denn einen Eingang hatten wir nicht freigelassen, um die Statik nicht zu stören. Der Eingang sollte erst ganz zum Schluss ausgesägt werden. Als es dann irgendwann das wohlverdiente Mittagessen gab, hatten wir uns schon so weit vorgearbeitet, das nur noch Papa über die Mauer schauen konnte. Von Lisa war nur noch der Zipfel ihrer Mütze zu sehen. Da die beiden natürlich nicht verhungern sollten, mussten wir sie befreien, indem wir innen und außen jeweils eine Leiter aufstellten und die beiden mit viel Mühe rausklettern konnten.

Nach dem Essen ging es aber gleich wieder in die mittlerweile ziemlich durchnässten Hosen und Handschuhe, bevor wir wohlmöglich noch ins Suppenkoma verfallen konnten.
Die obersten Klötze mussten schließlich schon von der Leiter aus verputz werden und irgendwann gingen wir dazu über, die Klötze schon am Boden etwas zuzuschneiden, damit wir auch nach oben hin die Kuppel errichten konnten. Um den allerletzen Dach-Klotz einzusetzten, musste nun doch schon der Eingang ausgesägt werden, denn von außen war das Loch nicht mehr gut zu erreichen. Der Klotz musste also von unten eingesetzt werden und dafür erstmal durch den Eingang in das Iglu rein kommen.

Als es schließlich fertig war und wir noch ordentlich viel Schnee von oben auf das fertige Dach geschichtet hatten, waren wir alle mächtig stolz auf unser kleines Schneehaus! Schnell noch den von schwerer Arbeit zeugenden, verwüsteten Garten aufräumen und die Flächen, wo der Rasen wieder durchluscherte mit frischem Schnee bedecken, und schon konnten wir für ein paar Fotos posieren. Zum krönenden Abschluss steckten wir noch eine kleine Hamburg-Fahne über den Eingang und krabbelten alle mal in unsere Schneehöhle.

Dass man es tatsächlich mit 4 Leuten gut darin aushalten kann, zeigte der nächste Abend. Ausgerüstet mit einer Thermoskanne voll heißem Gewürz-Apfelsaft, einer Kerze und Streichhölzern, 4 Tassen, einer Isomatte und 2 kleinen Holzstühlchen machten meine Eltern, meine Schwester Lisa und ich es uns in dem Iglu bequem und genossen die Stille. Durch die dicken Schneewände war nämlich kein einziges Geräusch von draußen zu hören. Auch von der Temperatur her war es gut auszuhalten. Schließlich gibt es auch wirklich Völker, die sich solche Schneehöhlen als kurzfristige Unterkünfte im Schnee bauen, wenn sie bei der Jagd von Wetterumschwüngen überrascht werden.

Tatsächlich lebt heute aber niemand mehr in Iglus, auch nicht die Inuit, an die ich sofort denken musste, als ich auf meiner kleinen Schnee-Expedition war. Der immer weiter voranschreitende Klimawandel und z.B. die Schutzbestimmungen für den Wahlfang machen ein Fortführen dieser alten Kultur kaum mehr möglich und zwingen die einstigen Nomadenvölker zu einem Leben fern von ihren kulturellen Ursprüngen.

Auf den Bilder seht ihr erst Lisa und mich nebeneinander, dann meinen Vater, wie er durch den Eingang kriecht, eine kleine Höhlenmalerei von meiner Mutter und noch einmal Lisa mit dem leckeren Apfelsaft-Gebräu.

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Wer auch einmal ein Iglu bauen möchte, und das kann ich nur dringenst empfehlen, denn es bringt unglaublich viel Spaß, dem rate ich, sich einfach mal im Internet umzuschauen. Dort gibt es dutzende Anleitungen, womit eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Dann noch ein paar Freunde geschnappt und schon kann es los gehen!!!

“Klimaschädling” T-shirt

19. Januar 2010

Zum Abschluss meines etwas skurrilen Bilderrätsel nun also noch die Antwort darauf, warum T-shirts auch zu den “Klimaschädlingen” gezählt werden müssen. Das Gerücht dazu lautet:
Es gibt klimaneutrale Produkte/ T-shirts“!

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Tatsächlich sieht es so aus, dass es zwar etliche Textilhersteller gibt, die “klimaneutrale” T-shirts anbieten, und im Lebensmittelhandel findet man gelegentlich auch “klimaneutrale Bananen”. Aber kein porduziertes oder transportiertes Produkt kann komplett klimaneutral sein, denn Produktion und Handel sind immer mit einem gewissen Grad von CO2-Emission verbunden.

Womit die meisten dieser Textil-Hersteller werben, ist eine Herstellung ausschließlich mittels erneuerbarer Energien oder z.B. mit Baumwolle aus 100% biologischem Anbau. Auch wenn dies schon sehr erfreuliche Maßnahmen sind, um die Klimabilanz der Textilindustrie zu verbessern, darf man sich nicht durch abenteuerliche Werbesprüche verwirren lassen.

In der konventionelle Kleidungs-Industrie kommt es, wie Anna in ihrem Kommentar schon ganz richtig bemerkt hat, zu erheblichen Wasserverschwendungen. Zum einen geschieht dies  sowohl auf den riesigen Baumwollplantagen, die bewässert werden müssen und auf denen das Grundwasser mit unmengen von Pestiziden verseucht wird. Zum anderen wird bei dem gesamten aufwendigen Produktionsverfahren Wasser verschwendet, um zum Beispiel die Chemikalien und Färbestoffe wieder auszuspülen.

Und übrigens: Bis ein normales Kleidungsstück hier bei uns auf dem Ladentisch landet, legt es während der gesamten Produktionskette einen Weg von durchschnittlich 42.000 Flug- Kilometern zurück! Wer bei meinem letzten Blogeintrag gut ausfgepasst hat, der versteht, was das für unser Klima bedeutet…

Grund für diesen weiten Weg ist, dass die vielen einzelnen Arbeitsschritte bis zum fertigen Kleidungsstück alle in unterschiedlichen Ländern geschehen, weil es so einfach günstiger für den Auftraggeber ist. Das muss dann schon jemand anderes ausbaden und zahlt vielleicht einen viel höheren Preis als der Auftraggeber,  nämlich seine sichere Existenz, die von ständigen Klimakatastrophen bedroht wird.

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