Aber fast genau so schön …
Mit dem Motto “Natur in der Stadt” erkundeten wir wärend des FÖJ-Seminars letzte Woche unsere Stadt. Als roter Faden diente das Thema “Green Capital”, denn Hamburg wird 2011 diesen Titel als Umwelthauptstadt Europas tragen.
Aber bevor wir uns am Donnerstag damit beschäftigen wollten, was es genau mit diesem Titel auf sich hat, warum gerade Hamburg ihn bekommen hat und was alles damit verbunden ist, wollten wir uns einen eigenen Eindruck verschaffen.
Ziel war es, möglichst viele unterschiedliche Flecken Natur in Hamburg zu besuchen und die Vielfältigkeit und Schönheit zu entdecken. Und Natur ist nicht gleich Natur. Es gibt eine Einteilung in die “4 Arten der Natur”, zu der ich aber später noch einmal kommen werde.




Nachdem wir das Seminar am ersten Abend mit einer Collage zum Thema “Was bedeutet Natur für mich” begonnen hatten, machten wir uns am Dienstag zu unserer ersten Exkursion in den Hamburger Stadtkern auf. Mit einer lustigen Rallye erkundeten wir den Park “Planten un Blomen” auf spielerische Art und Weise.
Nachmittags wagten wir uns aufs Wasser und machten mit 4 Kanus die Oberalster bei Poppenbüttel unsicher. Was heißt unsicher? Eigentlich fuhren alle ziemlich gut und es ist auch keiner gekentert. Besondere Highlights waren die kleine Wasserschlange und ein Reh am Ufer.
Mittwoch Vormittag stand eine Fahrradtour durch Wilhelmsburg auf dem Programm. Einige sind vielleicht etwas überrascht, wenn sie das hören. Aber Wilhelmsburg hat ungeahnte Schätze zu bieten. So fuhren wir in das europaweit einzigartige Naturschutzgebiet Heuckenlock. Einen besonders prägenden Enfluss auf dieses Gebiet hat sicherlich die Lage. Denn genau hier teilt sich die Elbe in Norder-und Süderelbe. Damit werden auch Teile das Heuckenlock durch die Tide der Elbe täglich vom Wasser überflutet.




Nachmittags beobachteten wir noch die Tierwelt in der Hamburger Innenstadt, mit besonderem Blick auf die Vögel. Vom Rathausmarkt aus ging unsere eineinhalbstündige Führung zur Außenalster. Besonders fasziniert hat mich der Turmfalke, der im Turm von St. Nikolai wohnt, die Kormorane und das, was uns der Referent über die Blessrallen erzählt hat.
Außerdem fielen mir zum ersten Mal die dutzenden Nistkästen an den Bäumen entlang der Binnenalster, sowie die Meisen und Sperlinge (Spatzen), die tapfer gegen den ganzen Verkehrslärm ansangen, auf. Die Nistkästen wurden vom NABU in Kooperation mit dem Bezirk Mitte aufgehängt, um die Popluation der Sperlinge zu stärken. Denn Spatzen sind gefährdet und gar nicht mehr so weit verbreitet, wie früher vielleicht einmal. Was glaubt ihr, ist der häufigste Vogel in Hamburg? Ich bin auf eure Antworten gespannt!




Bei den ganzen schönen Ausflügen sollte es natürlich neben dem Natur-Erleben auch noch einen anderen Lerneffekt geben. Die “4 Arten der Natur” habe ich ja oben schon einmal erwähnt. Es handelt sich hierbei um eine Einteilung in unterschiedliche Arten in Bezug auf die Entstehung und Nutzung der Naturfläche. Die folgende Aufzählung gibt einen kurzen Überblick.
- Erste Art: unberührte, ursprüngliche Natur (z.B. Naturschutzgebiete)
- Zweite Art: landwirtschaftlich genutzte Natur (z.B. Felder und Viehweiden)
- Dritte Art: geplante, angelegte Natur zur Freude (z.b. Parks und Gärten)
- Vierte Art: zufällige (zurück eroberte) Natur (z.B. verlassene Baustellen oder Fabrikgelände)
Wir wollten, dass unsere Gruppe diese vier Arten kennen lernt, für jede ein Beispiel in unseren Exkursionen findet und außerdem begreift, dass diese Einteilung keinerlei Wertung beinhaltet. Es gibt keine richtige oder falsche Natur. Jede der vier Arten ist anders und dient unterschiedlichen Tieren und Pflanzen als Lebensraum oder Kinderstube. Dem Menschen kann Natur als Erholungsort, aber auch als Abenteuer(spiel)platz oder Sportgebiet dienen. Und der Mensch ist ebenso Teil der Natur wie alle anderen Lebewesen.




Der Gruppe hat unsere Woche jedenfalls wirklich gut gefallen und die meisten waren total überrascht, dass es so schöne Ecken gab, die sie noch nie vorher gesehen hatten.
Zum Thema “Green Capital” werde ich lieber demnächst einen eigenen Artikel schreiben, dieser hier ist sowieso schon ziemlich lang geworden.
Ich hoffe, ich konnte durch meine Fotos ein bisschen Natur- und vielleicht auch ein bisschen Hamburg-Lust in euch wecken. Und vergesst nicht meine kleine Rätselfrage zu den Vögeln. Ich bin gespannt.