Letzte Woche war ziemlich viel los bei uns. Unter anderem hatten wir sehr hohen Besuch, wenn auch nur für anderthalb Stunden. Der Generalsekretär der Konferenz der Pazifischen Kirchen (Pacific Conference of Churches), Fei Tevi, war gekommen um sich mit der Infostelle Klimagerechtigkeit über die Klimaschutzprojekte und Bildungsarbeit der Infostelle Klimagerechtigkeit auszutauschen und neue mögliche Projekt-Partnerschaften zu knüpfen.


Es war ein ziemlich eindrückliches Erlebnis, als er von der Situation der Menschen auf den Pazifik-Inseln wie Samoa, Tuvalu oder Kiribas sprach. Die Menschen dort sind schon heute durch den stetigen Anstieg des Meeresspiegels in der Gefahr, ihre Heimat zu verlieren. Die Inseln werden im Meer versinken, wenn der Meeresspiegel weiter steigt und schon jetzt ist ein Leben dort kaum mehr möglich, weil Trinkwasser und Böden versalzen, keine Landwirtschaft mehr betrieben werden kann und die Häuser und Straßen überflutet werden.
Fei Tevi sprach von den Betroffenen als “forced climate migrants”, also unfeiwillige Klimamigranten. Er möchte damit eine deutliche Unterscheidung zu dem sonst üblicheren Begriff “Klimaflüchtling” schaffen. Dadurch würde deutlicher werden, dass die Menschen durch die veränderten Umweltbedingungen zur Migration gezwungen werden.
Doch die meisten Betroffenen bleiben - trotz der akkuten Bedrohung. Oder sie kommen zurück.
“Das ist doch ganz klar”, erklärt uns Fei Tevi. “Stellt euch mal vor, ihr würdet aus Hamburg einfach in die Alpen umgesiedelt werden. Ihr kennt dort niemanden, müsst euch ein neues Haus, ein neues Klo bauen, euch mit Essen versorgen. Ihr wärt doch auch unglücklich und würdet alles geben, um zurück zu kehren.”
Und genauso sieht es mit den Menschen im Pazifik aus. Die Fläche, die zur Verfügung steht schrumpft und schrumpft.
“Wenn sie früher ein Fußballfeld zum Leben hatten, dann haben sie nun eben noch ein halbes, und schließlich nur noch ein Viertel. Aber deswegen schon weggehen wollen sie trotzdem nicht.”