Letzte Woche war ich auf meinem dritten FÖJ-Seminar im Haus Warwisch, einem netten Selbstversorger-Häuschen direkt an der Elbe. Vom Hamburger Hauptbahnhof ist man in einer Dreiviertelstunde mit Bus und Bahn dort, also wars eigentlich ganz gut zu erreichen.
Unser Thema für die Woche war “Ernährung und ökologische Landwirtschaft”. Extrem interessant, extrem vielseitig und extrem wichtig für uns FÖJlerInnen. Wir mussten uns die ganze Woche selbst versorgen, also in kleinen Koch-Gruppen für alle Mahlzeiten sorgen. Dafür hatten wir aber ausschließlich 1a-Bio-Lebensmittel zur Verfügung :).
Habt ihr auch schon mal den Satz “Wo bio drauf steht ist auch bio drin” gehört?
Mit dieser Frage haben wir uns in einer kleinen Gruppenarbeitsphase einen Vormittag beschäftigt.
Tatsächlich ist der Begriff “bio” heute geschützt und darf nicht verwendet werden, ohne dass die Qualität eines Produktes bestimmten Richtlinien entspricht. Allerdings gibt es hier noch ziemlich große Unterschiede, je nachdem, welcher Siegel-Verband dahinter steht.
Das bekanntest Siegel ist wohl das EG-Bio-Siegel. Auf der Seite bio-siegel.de könnt ihr es sehen. Das Biosiegel steht dafür,
- dass die Zutaten zu mindestens 95 % aus ökologischer Landwirtschaft stammen müssen,
- dass es mindestens einmal im Jahr unabhängige Kontrollen von den EG-Kontrollstellen gibt,
- dass keine Gentechnik und keine Kunstdünger eingesetzt werden dürfen,
- dass die Tiere artgerecht gehalten werden müssen,
- dass keine synthetisch-chemischen Pflanzenschutzmittel eingestzt werden dürfen,
- dass durch diese Maßnahmen Böden, Luft und Wasser geschützt werden.
Andere Biosiegel, wie zum Beispiel die Siegel “Bioland” oder “Demeter”, die ihr hier sehen könnt, stehen dafür, dass sie mindestens die EG-Bio-Richtlinien erfüllen müssen. Zusätzlich haben sie aber noch strengere Richtlinien, z.B. bezüglich der Anzahl der gehaltenen Tiere auf einer bestimmten Fläche.
Noch etwas anderes sind die Siegel, die sich unterschiedliche Supermarkt-Ketten für ihre eigenen Bio-Marken ausdenken. Einige Beispiele könnt ihr hier sehen.
Diese Siegel müssen immer zusammen mit dem EG-Bio-Siegel stehen und erfüllen in der Regel auch nur die gleichen Richtlinien. Sie dienen also eigentlich nur zur Abgrenzung von anderen Supermarkt-Bio-Marken.
Die besten Bedingungen finden sich also tatsächlich bei den Siegeln wie “Bioland” oder “Demeter”, die ich oben schon genannt habe.
Mit solcher Thematik haben wir uns die ganze Woche beschäftigt. An einem Tag haben wir einen Ausflug zum Bioland Gut Wulksfelde gemacht. Dort bekamen wir eine tolle Führung durch die hofeigene Bäckerei und Packstation der Bio-Kisten, zu den Hühnern, Schweinen und Ziegen und durch den Hofladen. Bei einem kleinen Imbiss mit hofeigenen Produkten besprachen wir außerdem noch mal die positiven Folgen der ökologischen Landwirtschaft, die wirklich sehr vielschichtig sind:
- Klimaschutz, z.B. durch weniger CO2-Emission, die bei der Herstellung von sythetischen, chemischen Düngemitteln enstehen würde
- Schutz von gesunden (Acker-)Böden
- Schutz der Kulturlandschaften
- Artenschutz durch größere Vielfalt
- Verbraucherschutz
- Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen in ländlichen Regionen
Wie steht ihr zu diesem ganzen Bio-Thema? Haltet ihr das alles für sinnlos, übrtrieben und völlig überzogen? Oder gehört ihr auch zu denjenigen, die es total wichtig und gut finden, Bioprodukte zu kaufen und zu konsumieren? Schreibt mir eure Meinung!






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